Wie man beim Einkochen auf gute Gedanken kommt
Ich stehe in der Küche und koche Marillenmarmelade ein.
Eigentlich liebe ich diese Tätigkeit, wurde ich ja bereits als kleines Kind von der Großmutter in die Geheimisse von Einkochen, Ein-rexen und Einmachen eingeweiht. Ich dämpfe, safte, koche, trockne alles ein, was mir mein kleiner Garten bietet. In meiner Hexenküche brodelt und duftet es nach Früchten und getrocknetem Rosmarin. Neben einem kühlen Gläschen Prosecco und herrlicher Musik im Hintergrund, kann ich so richtig den Alltag vergessen, obwohl ich mitten drin stehe, nur leicht bekleidet, weil mich die Sommerschwüle und die Hitze des Herdes fest umklammern.
Aus den Kinderzimmern, naja Kinder sind ja meine Habwüchsigen nicht mehr, also aus den Jugendzimmern, höre ich wildes Gelächter, dazu Musik und Gläsergeklirre.
So stehe ich vor meinen Töpfen und fühle mich ungemein wohl, bis mich Johannes aus meinen Kindheitsträumen reißt. Er und seine Freundin wollen mit den Hunden einen kleinen Spaziergang machen. Wunderbar! Nur zu! Man sollte Jugendliche nie bei ihren Ambitionen stören.
Außerdem kann ich mir gut vorstellen, was die zwei machen wollen,… und Hunde können ja Gott sei Dank nicht petzen. Ich war ja schließlich auch einmal jung und verliebt. Read more ›



