Interview mit Elis Veit, der Prinzipalin des Wiener Praterkasperltheaters

Wie könnte es anders sein, ich traf Elis Veit zum 1. Mal nach einer Theateraufführung im Voyer des Theaterspielraums und wusste nach den ersten Minuten des Gedankenaustausches, dass Sie etwas ganz Besonderes zu Ihrem Beruf und wiederum ihre Berufung durch völlige Hingabe zu etwas ganz Besonderem gemacht hat. Lesen Sie selbst. Et voilà!

Waren Sie als Kind einmal im Kasperltheater?

Elis Veit 3541_600x900Nicht nur einmal, ich wurde schon als zu kleines Kind immer in das Urania Puppentheater mitgenommen. Mein Bruder ist so gerne gegangen, der 3 Jahre älter war, denn ich war eigentlich noch nicht wirklich zugelassen. Ich habe die Handlung aber meist nicht kapiert und habe meinen Bruder sehr bewundert, weil er sich auskannte und eifrig gerufen hat.

Wie kam es zur Übernahme des Praterkasperltheaters, was waren die Beweggründe für Sie?

Das Praterkasperltheater war einige Jahre eigentlich nicht bespielt und war auch an einem anderen Standort als heute. Das war damals eine skurrile Situation, da war doch glatt das Cinema Erotica mit einem großen Schild beworben und darunter war dann ein kleines Schild mit „Kaspertheater“ und das war der Eingang! Read more ›

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Ich lerne Deutsch

Kurzgeschichte geschrieben von Tanja Maljartschuk

Tanja Maljartschuk Bilder im Kopf

Und ich lerne also Deutsch. Manchmal hasse ich es, denn diese Sprache werde ich nie wirklich kennen. Wir werden einander immer fremd bleiben und sogar dann, wenn ich auf Deutsch zu träumen anfange, alle Artikel automatisch, ohne nachzudenken verwende und endlich akzeptiere, dass das Mädchen eine Sache ist. Sogar dann bleiben wir einander fremd. Und wenn ich in dieser Sprache zu jemandem „Ich liebe dich“ sage, spüre ich trotzdem zwischen den drei Wörtern einen tiefen Abgrund des Unverständnisses in dem die Emotionen verschwinden, weil sie nicht richtig benannt wurden. Ich bin hilflos mit dieser Sprache, ich kann sie nicht umfassen, blind gehe ich durch sie wie durch einen wunderbaren Garten voller schöner Blumen, die ich nur riechen und niemals sehen kann.

„Die deutsche Grammatik lernt man in einem Jahr perfekt, zwei Jahre reicht aus, um 7-8 tausend Wörter im Wortschatz zu haben, aber ihr braucht viel mehr Zeit, um diese Wörter ordentlich verbinden zu können. Sprachgefühl kommt langsam, manchmal nie“, so sagte mein Deutschlehrer, der alte Uniprofessor namens Hartmut.

Er war hart und mutig. Er machte seinen Job anständig und engagiert, hatte aber schon lange die Hoffnung verloren, dass wir Ausländer seine Sprache irgendwann beherrschen würden. Er schämte sich für uns schon im Voraus, für alle Fehler, die wir jeden Tag stur bis zum Tod machen würden und für unsere komischen Sätze, die wir aus der Muttersprache ins Deutsche wörtlich übersetzen und denken, dass es so richtig ist, und für die im Deutschen geschrieben Bücher, die wir nie in die Hand nehmen würden, vielleicht unsere Kinder, aber nicht wir.

Diese Scham konnte man in seinen alten traurigen Augen jeden morgen ab 9 Uhr im Seminarzimmer №11 sehen. Das ganze Leben unterrichtete er Deutsch als Fremdsprache und er scheiterte, ihm selbst ist seine Sprache fremd geworden.

„Man sagt nicht Ich fühle mich gut, sondern Ich fühle mich wohl“, seufzte er und wir, 15 Ausländer im Alter von 27 bis 50, nickten ihm zu, um das, was er sagt, gleich zu vergessen. Solche Kleinlichkeiten begeistern uns nicht, weil wir uns weder gut, noch wohl fühlen.

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Warum ich Soroptimistin bin

Verfasst von Marianne Blümel

Vor Kurzem saß ich mit meiner Freundin und Clubkollegin Barbara bei einem Heurigen am Kahlenberg und genoss die Aussicht über Wien. Wir feierten Barbaras Geburtstag und unsere gelungene Benefizveranstaltung zu Gunsten der Boje die Kinder in Krisensituationen psychotherapeutisch begleitet. Nachdem wir die Veranstaltung nochmals Revue passieren ließen, erinnerten wir uns daran, warum wir einem der Clubs im Netzwerk von Soroptimist International (SI International) beigetreten sind.

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Wir sprachen über unsere Motivation, in einem SI-Club Mitglied zu sein. Für Barbara ist das internationale Netzwerk sehr wichtig. Da sie selbst in mehreren Ländern gelebt hat, liebt sie es, mit Soroptimistinnen aus anderen Ländern in Kontakt zu treten, sei es über Projekte, Tagungen oder Jubiläumsfeiern ausländischer Clubs, und sich über die vielen Themen, die in unserem Club wichtig sind, auszutauschen. Unser Club, Soroptimist Wien I, hat dazu auch bereits mehrere erfolgreiche Projekte durchgeführt, wie beispielsweise den Aufbau einer Schule im Kosovo und den Aufbau einer Teeplantage in Indien.

Ich bin der Meinung, dass es auch in Österreich viele Möglichkeiten gibt, Frauen und Mädchen bzw. Kinder im Allgemeinen oder andere benachteiligte Gruppen zu fördern und zu unterstützen. Unser Club hat sich beispielsweise dazu entschieden, die Boje ein paar Jahre zu begleiten und hat dafür auch die zu Beginn meiner Geschichte angesprochene Benefizveranstaltung organisiert.

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