„Liebe Margit,

Ana Bilic

Hallo! Ich bin es – die Monika. Monika Dakic. Vielen vielen Dank für die Einladung in deinem Blog schreiben zu dürfen.

Ich fühle mich echt geschmeichelt, dass meine Meinung gefragt ist, dass meine Lebenserfahrung wichtig ist und meine Wahrnehmung jemandem von Bedeutung ist. Zuerst will ich hervorheben – für alle, die noch nicht wissen was da los ist -, das was da geschrieben ist, also FRAUEN MACHEN KARRIERE – obwohl das schon eine weile in unserer Gesellschaft ein Thema ist -, ist es noch nicht selbstverständlich. Eigentlich das ist noch weit weit weg davon entfernt Selbstverständlichkeit zu sein. Bildlich gesprochen: Gerade mal die ersten Anfangsbuchstaben vom Wort „Selbstverständlichkeit“ sind in Erfüllung gegangen. Das Thema „Frauen machen Karriere“ soll besonders Frauen unter die Lupe nehmen. Was die anderen damit machen, also Männer und Kinder, ist es mir so wichtig wie das IT Programm für Raketenstarts auf dem Mars. Denn sie werden mich so betrachten, wie ich mich selbst betrachte. Kennst du dieses Phänomen?

Jemand denkt über sich selbst zum Beispiel, naiv zu sein und dass er darauf immer achten muss, nicht von anderen betrogen zu werden. Und was passiert mit dem dann? Ausgerechnet das: Er wird ständig das Opfer von verschiedensten Machenschaften. Fazit: Wenn die Frauen sich selbst nicht als Erfolgswesen sehen können, wird sie auch keiner so sehen und sie so behandeln. Wie du so schön zum Ausdruck gebracht hast: im Sport sind Sieger diejenigen, die als Sieger denken. Nun – die Umsetzung dieser tollen Einstellung kann problematisch sein. Ich weiß es, ich bin auch Frau. Und Sekretärin von Beruf, ich weiß wovon ich rede. Aber wenn sogar EU Richtlinien und Maßnahmen zur Gleichstellung der Frauen bestehen, dann sollte jede Frau wissen, dass das Thema viel mehr mit sich bringt als eine Bemerkung unter Freundinnen: „Haushaltsarbeit? Ja, er hilft im Haus, wenn er Zeit hat.“ Das ist schön und gut, ohne Weiteres, denn man kann nicht helfen, wenn man nicht zu Hause ist. Aber gerade der Haushalt ist das Feld wo die Frau mit diesem Thema – Frau und Karriere – ihre Schlachten austragen soll. Und da fällt mir meine Freundin Mira ein, wenn ich sie darauf frage: „Warum hilft er nur? Warum wird der Job nicht verteilt?“ Und sie sagt: „Er verdient mehr. Es ist o.k. dass er nur hilft.“ – „Wie kann das o.k. sein? Du arbeitest Teilzeit, wegen der Kinder, und wenn du mit Kindern bist, zählt das nicht als Job? Sonst müsstest du jemanden dafür bezahlen, oder? Sieht das Gesetz nicht vor, dass Ehepartner gleichgestellt sind – egal ob sie einen Job außerhalb oder innerhalb des Hauses haben?“ – Und sie sagt mir den schon erwähnten Satz, er sei weniger zu Hause, wegen des Jobs. Und ich frage sie wieder „Aber warum soll er nur „helfen“? Warum kann er am Haushalt nicht gleichberechtigt teilnehmen?“ – Sie schaut mich komisch an und fragt: „Was ist aber der Unterschied zwischen dem Helfen und der Teilnahme, wenn er sowieso wenig zu Hause ist?“ – Ich sage: „In deiner Wahrnehmung der Situation. Beim Helfen des Mannes bist du allein zuständig für den Haushalt und Kindern, und bei der Teilnahme des Mannes am Haushalt, ist deine Arbeit im Haushalt gleichwertig mit seiner Arbeit. Der Unterschied liegt in deiner Denkweise und die Schätzung deiner Arbeit.“ Und da kommt zwischen uns zum Streit, weil sie mir sagt, dass ich sie nicht verstehe, weil ich nicht verheiratet bin. Ich erwidere ihr böse, dass sie die Wahrheit nicht sieht, weil sie verheiratet ist. Und so sind wir beleidigt auf einander eine Weile. Aber dann vertragen wir uns und versuchen nicht nur die anderen sondern auch uns selbst, besser zu verstehen. So erzielen wir doch einen Erfolg in puncto  „Freundschaft, Frauen & Erfolg“.

So viel von mir dieses Mal.

Liebe und schöne Grüße von

Monika

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Veröffentlicht in Kultur & mehr
One comment on “„Liebe Margit,
  1. Ana Bilic über sich: Wenn meine Kunst nur eine Summe meiner materiellen Erfahrungen wäre, dann hätte ich mit einer solchen Kunst nicht mal anfangen sollen.
    Ana kann sehr ernst und doch zugleich sehr humorvoll alltägliche zwischenmenschliche Situationen aufzeigen. Kennengelernt habe ich Ana als Theaterstück Autorin. Damals habe ich sehr über Ihre dramatische Episode MEIN WIEN „Im Prater“ lachen müssen.
    Ana Bilic ist geboren 1962 in Zagreb. Sie lebt und arbeitet in Wien als freie Literaturschaffende – Prosa (Romane, Kurzgeschichten), Theater, Poesie, Art Sessions, Hörspiele und Film. Eine Ihrer Auszeichnungen und Preise war 2008 der Dramatikerpreis Exil Zentrum Wien.
    Ausdrucksweise: Humor, Fantasie, Wahrhaftigkeit.

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